 |
Recycling
Trotz einer Nutzungsdauer von bis zu 80 Jahren und mehr ist auch für die umweltgerechte Verwertung von ausgedienten PVC-Rohren gesorgt: Der 1991 gegründete Österreichische Arbeitskreis Kunststoffrohr Recycling (ÖAKR) hat in Österreich ein flächendeckendes Sammelsystem für gebrauchte Kunststoffrohre, Formstücke und Verarbeitungsreste aufgebaut. Lag die Sammelmenge 1991 noch bei 53 Tonnen, so wurden 10 Jahre danach bereits 602 Tonnen österreichweit in einem Jahr gesammelt. Zwischen 1991 und 2001 hat der ÖAKR insgesamt 3.200 Tonnen Kunststoffrohre, etwa 35 % davon aus PVC, gesammelt, sortiert und einer stofflichen Verwertung zugeführt. Die gebrauchten Rohre lassen sich problemlos rezyklieren. Sie werden vermahlen und gemeinsam mit Neumaterial wieder verarbeitet. 2006 wurden in Österreich 706 Tonnen Kunststoffrohre verwertet. Seit dem Bestehen des ÖAKR wurden mehr als 6.000 Tonnen Kunststoffrohre gesammelt.
Thermische Verwertung
Für den seltenen Fall, dass PVC-Rohrstücke in stark vermischte Abfallströme gelangen, ist die thermische Verwertung der ökoeffizientere Weg. Moderne Müllverbrennungsanlagen nutzen den energetischen Inhalt des Kunststoffes zur Gewinnung von Wärme und/oder Elektrizität. Der Mischheizwert von PVC beträgt ca. 18 MJ/kg und liegt damit höher als der Heizwert von herkömmlicher Braunkohle (8-10 MJ/kg). Moderne Müllverbrennungsanlagen entfernen die aus PVC und anderen Chlorquellen (vor allem Nahrungsmittel) entstehende Salzsäure problemlos aus den Rauchgasen. Aktuelle Untersuchungen belegen, dass PVC in der Müllverbrennung keinen betriebswirtschaftlich bedeutenden Kostenfaktor darstellt und keine nennenswerten Belastungen verursacht.
Entsorgung
Erdverlegte Rohrleitungen aus PVC können ohne weiteres im Erdreich verbleiben, es geht von ihnen keinerlei Gefahr aus. PVC zersetzt sich auch auf Mülldeponien nicht. Unabhängige Wissenschaftler haben geringe, aus PVC-Produkten manchmal austretende Mengen an Stabilisatoren und anderen Inhaltsstoffen als nicht umweltrelevant eingestuft.
Neue Initiativen
Der Europäische Verband der Kunststoffrohrhersteller (TEPPFA) arbeitet daran, in allen EU-Staaten Systeme für Erfassung und werkstoffliche Verwertung von PVC-Rohren und -Formstücken aufzubauen. Die TEPPFA stellt dafür technisches Know-how zur Verfügung, steuert Finanzmittelströme und fördert die Verwendung von Rezyklat. Im Jahr 2005 konnten in Westeuropa 67 Prozent der gebrauchten Rohre und Formstücke verwertet werden, die sammel- und verfügbar sind. Diese Quote übertraf die anvisierte Verwertungsmenge von 50 Prozent bei weitem. Zu dieser Quote und zur schrittweisen Substitution von Bleistabilisatoren haben sich die europäischen PVC-Rohr-Hersteller freiwillig im Rahmen des Abkommens "Vinyl 2010" verpflichtet. Es handelt sich dabei um einen 10-Jahres-Plan für nachhaltiges Wirtschaften während des gesamten Lebensweges von PVC-Produkten, zu dem sich die gesamte europäische PVC-Branche (Hersteller, Zulieferer und Verarbeiter) im Jahr 2000 freiwillig selbst verpflichtet hat. "Vinyl 2010" unterstützt auch verschiedene Pilot-Projekte zum rohstofflichen Recycling, bei dem Alt-PVC chemisch aufgespalten wird, um Kohlenwasserstoffverbindungen und/oder Salzsäure zurückzugewinnen.
|
 |
|