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Recycling
Ein Großteil der heute anfallenden Kabelabfälle wird durch Kabelzerlegebetriebe aufbereitet, deren Interesse im Wesentlichen den Leitermetallen Kupfer und Aluminium gilt. Zu Rezyklat aufbereitet wird derzeit meist das PVC aus Produktionsabfällen und Neukabelresten: Rund 400 Tonnen verarbeitet ein österreichisches Recyclingunternehmen jährlich zu Bodenbelägen. Werden ausgediente Kabel jedoch auch dem Mantel- und Isoliermaterial gemäß sortiert, erhält man PVC-Rezyklat mit besonders guten Eigenschaften: Die in einem Shredder zerkleinerten Kabel werden durch Windsichtung und/oder elektrostatische Verfahren getrennt, die PVC-Fraktion fein vermahlen und neuerlich compoundiert. Außerdem wurden innovative rohstoffliche und Lösemittelverfahren entwickelt und getestet.
Thermische Verwertung
Wenn PVC-Kabel in stark vermischte Abfallströme gelangen, ist die thermische Verwertung der ökoeffiziente Weg. Moderne Müllverbrennungsanlagen nutzen den energetischen Inhalt des Kunststoffes zur Gewinnung von Wärme und/oder Elektrizität. Der Mischheizwert von PVC liegt mit 18 MJ/kg höher als der Heizwert von herkömmlicher Braunkohle (8 - 10 MJ/kg). Moderne Anlagen entfernen die aus PVC und anderen Chlorquellen (vor allem Lebensmittel) entstehende Salzsäure problemlos aus den Rauchgasen. Aktuelle Untersuchungen belegen, dass PVC in der Müllverbrennung keinen betriebswirtschaftlich bedeutenden Kostenfaktor darstellt und keine nennenswerten Belastungen verursacht.
Entsorgung
Sollten PVC-Kabel trotz funktionierender Verwertungssysteme auf die Deponie gelangen, verursachen sie keine Umweltprobleme. PVC zersetzt sich auf Mülldeponien nicht; die geringe, aus PVC-Produkten manchmal austretende Menge an Weichmachern und anderen Inhaltsstoffen wird von unabhängigen Wissenschaftlern als nicht umweltrelevant eingestuft.
Neue Initiativen
Verschiedene neue Recyclingverfahren basieren auf der Löslichkeit von PVC in bestimmten Lösemitteln. Damit kann PVC auch aus komplexen Materialkombinationen, wie z. B. Kabelbäumen aus Fahrzeugen, zurückgewonnen werden. Am aussichtsreichsten erweist sich dabei die neue Technologie Vinyloop: Die PVC-Abfälle werden chemisch gelöst und neues, hochwertiges Compound gewonnen. Die erste Vinyloop-Anlage nahm 2002 in Italien ihren Betrieb auf. Jährlich werden hier 10.000 Tonnen Compound aus PVC-Altkabeln aufbereitet. Weitere derartige Anlagen sind in Planung. Unterstützt werden diese und andere Recyclingtechnologien durch "Vinyl 2010" - ein 10-Jahres-Plan für nachhaltiges Wirtschaften, zu dem sich die Vertreter der europäischen PVC-Branche freiwillig selbst verpflichtet haben. Im Mai 2003 veröffentlichte "Vinyl 2010" eine Studie unabhängiger Wissenschaftler, die untersuchten, auf welche Weise eine Tonne ausgedienter Kunststoff-Kabel mit hohem PVC-Anteil am ökoeffizientesten wieder verwertet werden kann. Vinyloop schnitt dabei am besten ab, gefolgt von rohstofflichen Recyc-lingtechnologien (NKT Watech, Stignaes) und einem modernen Müllverbrennungsverfahren mit Energieverwertung.
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