Recycling
In Österreich erfolgt die Sammlung und Verwertung gebrauchter PVC-Dichtungsfolien über die Herstellerfirmen. Sie nehmen bei der Lieferung von Neufolien die alten Folien gegen Refundierung der Spesen zurück. Die Altfolien werden gesäubert und geschnitten und zur Wiederverwertung gebracht. Roofcollect, ein Zusammenschluss großer Hersteller, zeichnet europaweit für die Sammlung und Rezyklierung von Folien und Dachbahnen verantwortlich. 2006 wurden durch die Organisation rund 10.000 Tonnen PVC-Altbahnen- und Folienmaterial verwertet. Das Material wird zusammen mit Verschnitt aus der Neuverlegung vermahlen und in der Neuproduktion eingesetzt. Oft werden bei Gebäudesanierungen alte Dichtungsbahnen allerdings nicht entfernt, sondern dienen als Unterlage für neue Bahnen und erhöhen so die Abdichtungsleistung.

Thermische Verwertung
Wenn PVC-Dichtungsbahnen in stark vermischte Abfallströme gelangen, ist die thermische Verwertung der ökoeffiziente Weg. Moderne Müllverbrennungsanlagen nutzen den energetischen Inhalt des Kunststoffes zur Gewinnung von Wärme und/oder Elektrizität. Der Mischheizwert von PVC liegt mit 18 MJ/kg höher als der Heizwert von herkömmlicher Braunkohle (8 - 10 MJ/kg). Moderne Anlagen entfernen die aus PVC und anderen Chlorquellen (vor allem Lebensmittel) entstehende Salzsäure problemlos aus den Rauchgasen. Aktuelle Untersuchungen belegen, dass PVC in der Müllverbrennung keinen betriebswirtschaftlich bedeutenden Kostenfaktor darstellt und keine nennenswerten Belastungen verursacht.

Entsorgung
Sollten PVC-Bahnen trotz funktionierender Verwertungssysteme auf die Deponie gelangen, verursachen sie keine Umweltprobleme. PVC zersetzt sich auf Mülldeponien nicht; die geringen, aus PVC-Produkten manchmal austretenden Mengen an Weichmachern und anderen Inhaltsstoffen werden von unabhängigen Wissenschaftlern als nicht umweltrelevant eingestuft.

Neue Initiativen
Der Europäische Verband der Dachbahnenhersteller (ESWA) arbeitet am Ausbau des Erfassungssystems für Dachbahnenabfälle. Europaweit soll die Hälfte jener Altbahnen verwertet werden, die sammel- und verfügbar sind. Zu dieser Verwertungsmenge haben sich die europäischen PVC-Dachbahnenhersteller freiwillig im Rahmen des Abkommens "Vinyl 2010" verpflichtet. Bei dem Abkommen handelt es um einen 10-Jahres-Plan für nachhaltiges Wirtschaften während des gesamten Lebensweges von PVC-Produkten. "Vinyl 2010" unterstützt auch die Umsetzung der neuen Recyclingtechnologie Vinyloop und verschiedene Pilot-Projekte zum rohstofflichen Recycling, bei denen Alt-PVC chemisch aufgespalten und zu Kohlenwasserstoffverbindungen und Salzsäure verarbeitet wird.
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