Recycling
PVC-Hersteller und führende europäische Bodenbelagsproduzenten sammeln und verwerten seit 1990 über die Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag-Recycling (AgPR) gebrauchte Bodenbeläge. In der AgPR-Recyclinganlage in Troisdorf (D), die eine Kapazität von 5.000 Tonnen pro Jahr hat, werden die gebrauchten Beläge werkstofflich zu neuem Rohmaterial aufbereitet. Das in Troisdorf gewonnene Recyclat geht an Herstellerfirmen zur Wiederverarbeitung. Es ist von so hoher Qualität, dass sich daraus wieder Bodenbeläge herstellen lassen. Auch Österreich nimmt seit 1990 an diesem Sammel- und Verwertungssystem teil. Im Jahr 2000 konnten auf diese Weise 87,3 Tonnen gebrauchte PVC-Bodenbeläge aus Österreich der Wiederverwertung zugeführt werden, im Jahr 2006 waren es bereits 108,8 Tonnen. In Trioisdorf wurden 2006 insgesamt 1.500 Tonnen PVC-Böden wiederverwertet.

Thermische Verwertung
Bei stark vermischten und verschmutzten Bodenbelägen ist die thermische Verwertung der ökoeffizientere Weg. Moderne Müllverbrennungsanlagen (MVA) nutzen den energetischen Inhalt der Kunststoffböden zur Gewinnung von Wärme und/oder Elektrizität. Der Mischheizwert von PVC beträgt ca. 18 MJ/kg und liegt damit höher als der Heizwert von herkömmlicher Braunkohle (8-10 MJ/kg). Moderne MVA entfernen die aus PVC und anderen Chlorquellen (vor allem Lebensmittel) entstehende Salzsäure problemlos aus den Rauchgasen. Aktuelle Untersuchungen belegen, dass PVC in der Müllverbrennung keinen betriebswirtschaftlich bedeutenden Kostenfaktor darstellt und keine nennenswerten Belastungen verursacht.

Entsorgung
Sollten PVC-Bodenbeläge trotz funktionierender Verwertungssysteme auf die Deponie gelangen, verursachen sie keine Umweltprobleme. PVC zersetzt sich auf Mülldeponien nicht. Unabhängige Wissenschaftler haben geringe, aus PVC-Produkten manchmal austretende Mengen an Weichmacher und Stabilisatoren als nicht umweltrelevant eingestuft.

Neue Initiativen
Die Europäische Gruppe für Bodenbeläge (EPFloor) untersucht derzeit andere Verwertungstechnologien (Lösemittelverfahren, rohstoffliches Recycling) und erarbeitet ein Unternehmenskonzept, um bis zum Jahr 2008 mindestens 50 % der gebrauchten Bodenbeläge zu verwerten, die sammel- und verfügbar sind. Zu dieser Verwertungsmenge haben sich die europäischen Boden- und PVC-Hersteller freiwillig im Rahmen des Abkommens "Vinyl 2010" verpflichtet. Es handelt sich dabei um einen 10-Jahres-Plan für nachhaltiges Wirtschaften während des gesamten Lebensweges von PVC-Produkten, zu dem sich die gesamte europäische PVC-Branche (Hersteller, Zulieferer und Verarbeiter) im Jahr 2000 freiwillig selbst verpflichtet hat. "Vinyl 2010" unterstützt auch verschiedene Pilot-Projekte zum rohstofflichen Recycling, bei dem Alt-PVC chemisch aufgespalten wird, um Kohlenwasserstoffverbindungen und/oder Salzsäure zurückzugewinnen.
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